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West Side Story

 

West Side Story

 

nach einer Idee von Jerome Robbins

Buch von Arthur Laurents

Musik von Leonard Bernstein

Gesangstexte von Stephen Sondheim

Deutsche Fassung von Frank Thannhäuser und Nico Rabenald

Die Uraufführung wurde inszeniert und choreographiert von Jerome Robbins

Original-Broadwayproduktion von Robert E. Griffith und Harold S. Prince in Übereinkunft mit Roger L. Stevens

 Seit seiner Premiere 1957 hat Leonard Bersteins Musical unzählige Aufführungen erfahren. Zur Erstaufführung spielte es noch in den 50er Jahren in New York City. Leonard Bernstein inszenierte hier auf der klassischen William Shakespeare Geschichte Romeo und Julia einen Bandenkriegs rivalisierender, ethnischer Jugendbanden, der US-amerikanischen Jets und der puertoricanischen Sharks.

 Regisseur Wolf Widder und die Choreografin Kati Heidebrecht haben in Lübeck mit viel Liebe zu Detail Leonard Bernsteins Stück aktualisiert, aber völlig im Kontext gehalten. Es geht noch immer um die Jets und Sharks, aber mit zeitgemäßen Kostümen und jeder Menge Smartphones, mit denen jede Neuigkeit schnell per Facebook und WhatsApp weitergegeben wird.

 Aus dem Fehlen eines Balletts in Lübeck machte der Regisseur eine Tugend und suchte Talente aus den Lübecker Hip-Hop-Gruppen HMDG und Alien-Fan. Diese haben zwar keine großen Sprechrollen, geben dem ganzen aber viel Intensität.

 Hier hätte man noch weitergehen können und das ganze nach Lübeck zu verlegen, den Konflikt zwischen deutschen und türkischen Jugendlichen. Die Probleme sind auch heute noch überall in jeder Ecke der Welt die gleichen. Die Flüchtlingsströme machen diese Situation nochmals deutlicher.

 Evmorfia Metaxaki als Maria und Raphael Pauß als Tony haben beide wunderschöne Stimmen voller Leidenschaft und Dynamik, Songs wie »Maria«, »Somewhere« und »Tonight« sind von der ersten Sekunde an Ohrwürmer, von denen man nicht genug bekommen kann. Das einzige Problem ist, das Evmorfia Metaxaki als Maria ein wenig zu alt für die Rolle des jungen Mädchen wirkt.

 Hier hätte ein zierliches Wesen, wie seinerzeit Natalie Wood in der Verfilmung von 1961, besser gepasst. Vieles macht Evmorfia Metaxaki  mit Ihrer fantastischen Stimme wett. Herausragend ist hier auch Femke Soetenga, die heißblütige Anita, die nicht nur während des Songs AMERICA, alle mitreißt, sehr intensiv ist auch ihre Darstellung, als Sie die Jets vor Chino warnen will.

 Eine wirklich mitreißende Inszenierung, die im ausverkauften Großen Haus mit minutenlangen standing Ovations belohnt wurde, von einem deutlich jüngeren Publikum, als das, welches das Theater sonst gewohnt ist. Ein Zeichen, das auch die Jugendlichen unserer Tage ins Theater gehen, wenn sie sich von dem laufenden Stück angesprochen fühlen. Ein guter und deutlicher Schritt in die richtige Richtung.