OH ALPENGLÜHN

OH ALPENGLÜHN! 

Glamour, Gaudi und Gesang

Mit Carolin Fortenbacher und Nik Breidenbach

Foto: Oliver Fantitsch

Buch: Mirko Bott

Regie: Corny Littmann

Regieassistenz: Andreas Bierkamp

Musikalische Leitung: Robin Kulisch

Bühnenbild: Heiko de Boer, Urmel Meyering

Kostüme: Frank Kuder, Bernhard Westermann

Sie, ein erfolgreicher, bisweilen divenhafter, aber liebenswerter Musicalstar, wird verfolgt: von ihrem hysterischen Manager, von Presse und Produzenten und von ihrem Ehemann, einem Chirurgen, der am liebsten vor jungen Krankenschwestern aufschneidet und der partout nicht in die von ihr gewünschte Scheidung einwilligen mag. Zuflucht soll ein schlichtes Wellnesshotel in den bayerischen Alpen sein, alles sehr bodenständig aber so bodenständig, wie sich der kleine Gasthof Resi darstellt, dann nun auch wieder nicht.

Foto: Oliver Fantitsch

Denn dort vermietet der junge Bergbauer Leopold lediglich eine einfache Kammer das Schlafzimmer seiner jüngst verstorbenen Mutter, zu der er noch immer ein ganz besonderes, ein geheimnisvolles Verhältnis pflegt. Trotz anfänglicher atmosphärischer Störungen kommen sich die Diva und der Naturbursche bei frischer Bergluft und umlodert vom Alpenglühen näher. Vielleicht etwas zu nah: Die Lawine kommt ins Rollen und endet anders als erwartet. Ganz anders! Und das liegt alles nicht nur am bockigen Gatten, dem hysterischen Manager, der nur Augen für die Probleme mit seinem jugendlichen Liebhaber hat, und dem herzhaft ausgespielten Intrigantentum eben dieses verwöhnten Luxusgeschöpfs aber auch!

Im Schmidt-Theater erwartet der ansässige Ureinwohner ebenso wie der Tourist ein schunkelndes Stück über die See und Matrosen, Ahoi!

Doch genau das Gegenteil ist beim humorvoll-musikalischen Schmankerl OH ALPENGLÜHN! der Fall. Mit den Erzkomödianten Carolin Fortenbacher und Nik Breidenbach geht es hier ab auf die Alm.

Foto: Oliver Fantitsch

Eine irrwitzige, turbulent komische und nie ernste Reise durch die Musik beginnt.

Schon die ersten beiden Stücke von Carolin Fortenbacher-Frl. Menkes Hohe Berge und Gittes Ich will alles machen klar, was für ein großes musikalisches Stimmtalent hier vor einem steht, gepaart mit Witz und Ironie, verbunden mit einem Elan, bei dem auch  die kleinste Almhütte zur Großraum Disco wird.

Wenn Carolin Fortenbacher aus Hamburg, natürlich nicht Pinneberg, sturzbetrunken den Frühlingsstimmenwalzer von Johann Strauß mit Stunteinlagen inclusive zum Besten gibt  und danach aus dem Stand in ihre hochhackigen Pumps springt, jodelt das Publikum nur so vor Vergnügen, das es sich gar nicht mehr ein bekommt.

Selbstironie wird groß geschrieben, sei es Carolin Fortenbacher, die sagt erst Musical Erstbesetzung, jetzt im Schmitz Theater oder Nik Breidenbach ,altstämmiger Riff-Raff in Lederhosen, der vorgibt Jeder hat mal gute Zeiten, schlechte Zeiten .

Es wird parodiert und zitiert, was nicht niet-und nagelfest ist, von Dirty Dancing Phantom der Oper , Der Herr Der Ringe , Psycho oder The Texas Chain Saw Massacre - nichts ist heilig.

Ganz nebenbei beweisen die Beiden bei musikalischen Highlights wie Andrew Lloyd Webbers Mehr will ich nicht von dir aus Phantom der Oper , welche hervorragende Stimmengewalt Sie besitzen, so dass man sie vom Fleck weg für das Musical engagieren könnte.

Foto: Oliver Fantitsch

Gut zwei Dutzend Ohrwürmer gemischt mit dem Komödienstadl, präsentieren sich auf der eher eingestaubten Almhütte mit Horrorelementen, serviert als Broadwaymusical!  Geht es noch irrwitziger? Eine Mords-Gaudi, welche es einfach in sich hat und in ihrer Verrücktheit so manches Mal an die Rocky Horror Show erinnert

Es wird nur zu oft geschrieben Bestes Stück oder Traumbesetzung ,aber hier passt es, was Carolin Fortenbacher und Nik Breidenbach hier an Humor, Spaß und Stimmung auf das Publikum übertragen. Das ist wirklich einmalig und mit Sicherheit das Beste, was es bisher im Schmidt-Theater auf der Bühne gab.

Ein einmaliges Highlight, welches hoffentlich im nächsten Spielplan wieder mit aufgenommen wird. Wir sind dann auf jeden Fall wieder mit dabei.

Nur ein Lied kommt leider zu kurz Fernando

Bis zu 21.7. 13.8.2017 im Schmidt Theater
Mi+So 19 Uhr, Do-Sa 20 Uhr,
egal ob es passt oder nicht, sofort hingehen, dieses Highlight, darf man nicht verpassen

Karten gibt es hier

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