Phantom - Die Legende
Phantom - Die Legende 1 Die Liga der Verlorenen
Phantom - Die Legende 1 Die Liga der Verlorenen
Lee Falk, Ray Moore
Softcover, 114 Seiten, s/w, 21 x 29,5 x 0,7 cm
ISBN: 9783990999615
25,00 €
ART:9
Die Geschichten
"Die Liga der Verlorenen" vom 28. Mai 1939 bis 15. Oktober 1939 Dt. in Phantom Taschenbuch (Bastei), Die Sprechblase (Hethke), Bibliothek der großen Comics (Hethke)
" Die wertvolle Fracht von Oberst Winn" vom 22. Oktober 1939 bis 10. März 1940 Dt. in Phantom Taschenbuch (Bastei), Die Sprechblase (Hethke), Bibliothek der großen Comics (Hethke)
"Die Feuergöttin" vom 17. März 1940 bis 21. Juli 1940 – Deutsche Erstveröffentlichung
"Der Strandgänger" vom 28. Juli 1940 bis 29. Dezember 1940 – Deutsche Erstveröffentlichung
"Die Saboteure" vom 5. Januar 1941 bis 23. Februar 1941 – Deutsche Erstveröffentlichung
Mit dieser prachtvollen Ausgabe taucht man direkt in die Geburtsstunde einer der wichtigsten Abenteuerfiguren der Comicgeschichte ein. Als Phantom 1939 erstmals über die Sonntagsseiten schlich, war die Figur etwas völlig Neues. Kein gewöhnlicher Detektiv, kein klassischer Dschungelheld, sondern ein geheimnisvoller Mythos in violettem Kostüm, den die Menschen für unsterblich hielten. Noch heute besitzen diese frühen Geschichten eine unglaubliche Kraft und Atmosphäre.
Die Titelgeschichte Die Liga der Verlorenen ist ein fantastischer Einstieg in die Welt des 0Phantoms. Schon hier wird klar, wie stark Lee Falk mit klassischen Abenteuer- und Pulp-Elementen arbeitet. Eine Gruppe gefährlicher Krimineller, die sich unter der Führung eines skrupellosen Drahtziehers zusammenschließt, sorgt für eine bedrohliche Atmosphäre. Das Phantom bewegt sich dabei fast wie ein Geist durch die Handlung. Oft erscheint er plötzlich aus Schatten oder dem Dschungel heraus, schlägt blitzartig zu und verschwindet wieder. Gerade dieses Mystische macht die Figur sofort faszinierend.
Besonders beeindruckend ist, wie modern viele Szenen trotz ihres Alters noch wirken. Verfolgungsjagden, geheime Verstecke, Intrigen und Faustkämpfe sorgen permanent für Spannung. Gleichzeitig besitzt die Geschichte noch den Charme klassischer Abenteuerliteratur der 1930er-Jahre. Die Welt wirkt exotisch, gefährlich und voller Geheimnisse.
Die wertvolle Fracht des Colonel Winn schlägt etwas andere Töne an und verbindet Abenteuer mit Schmuggler- und Sabotageelementen. Wieder gerät das Phantom in eine Geschichte voller Verrat und Gefahren. Besonders gelungen ist dabei die Atmosphäre auf Schiffen und in Hafenanlagen. Die Geschichte erinnert stellenweise fast an klassische Abenteuerfilme jener Zeit.
Mit Die Feuer-Göttin wird es dann deutlich mystischer. Genau hier entfaltet die Serie ihren besonderen Reiz. Geheimnisvolle Kulte, exotische Schauplätze und beinahe übernatürlich wirkende Bedrohungen verleihen der Geschichte eine fast traumartige Stimmung. Das Phantom wirkt hier endgültig weniger wie ein gewöhnlicher Mensch als vielmehr wie eine Legende des Dschungels. Gerade diese Mischung aus Abenteuer und mystischem Flair unterscheidet Phantom von vielen anderen Serien jener Zeit.
Der Strandläufer besitzt dagegen einen stärker kriminalistischen Einschlag. Schmuggler, Verräter und zwielichtige Gestalten bestimmen die Handlung. Trotzdem bleibt die exotische Abenteueratmosphäre jederzeit erhalten. Besonders schön ist, wie direkt und schnörkellos erzählt wird. Die Geschichten verschwenden keine Zeit, sondern ziehen den Leser sofort hinein.
Die Saboteure bringt schließlich noch einmal reichlich Tempo und Spannung hinein. Hier zeigt sich besonders gut, wie flexibel die Serie bereits damals funktionierte. Abenteuer, Krimi, Action und Thriller verschmelzen völlig selbstverständlich miteinander. Das Phantom bleibt dabei stets diese fast geisterhafte Erscheinung, die aus dem Hintergrund agiert und ihre Gegner in Angst versetzt.
Die Zeichnungen von Ray Moore sind absolut sensationell. Seine Schwarzweißkunst lebt von starken Kontrasten und tiefen Schatten. Viele Panels wirken beinahe expressionistisch. Vor allem nächtliche Szenen oder Dschungellandschaften besitzen eine intensive Atmosphäre. Moore zeichnet das Phantom oft halb verborgen im Dunkeln, wodurch die Figur noch mystischer erscheint. Gerade diese Bildsprache beeinflusste später zahllose Abenteuer- und Superheldencomics.
Die hochwertige Veröffentlichung von ART:9 bringt diese historischen Sonntagsseiten wunderbar zur Geltung. Großformat, restaurierte Seiten und die originalgetreue Präsentation machen den Band zu einem echten Genuss für Comicfans. Phantom – Die Legende ist nicht einfach nur Nostalgie, sondern ein faszinierender Blick auf die Wurzeln moderner Abenteuercomics.