2026 - Neuheiten
Disney und Marvel: What if...?
Einband Gebundene Ausgabe
Format 260mm (Höhe) x 170mm (Breite)
Seitenanzahl 200
30,00 €
ISBN 978-3-7704-1181-8
Egmont Comic Collection
Mit „Disney und Marvel: What If...?“ treffen zwei der größten Unterhaltungskonzerne der Welt aufeinander. Die Grundidee orientiert sich an der legendären Marvel-Reihe „What If...?“, die seit Jahrzehnten alternative Realitäten und ungewöhnliche Variationen bekannter Geschichten präsentiert. Statt Spider-Man, den X-Men oder den Avengers stehen hier jedoch die berühmtesten Disney-Figuren im Mittelpunkt. Das Ergebnis ist ein ungewöhnliches Crossover, das sowohl Disney-Fans als auch Comic-Leser ansprechen soll.
Bereits das Konzept macht neugierig: Was wäre, wenn Donald Duck die Rolle eines Marvel-Helden übernehmen würde? Wie würden Micky Maus, Goofy oder andere Disney-Stars in die Welt der Superhelden passen? Die Autoren nutzen diese Idee, um bekannte Marvel-Geschichten mit dem typischen Disney-Humor und der familienfreundlichen Atmosphäre neu zu interpretieren.
Besonders gelungen ist dabei die visuelle Umsetzung. Die Zeichnungen verbinden den klassischen Disney-Stil mit dem dynamischen Look moderner Superhelden-Comics. Actionreiche Szenen erinnern klar an Marvel, während die Figuren ihre vertrauten Eigenheiten behalten. Dadurch entsteht ein eigener Charme, der weder wie ein gewöhnlicher Disney-Comic noch wie ein klassisches Marvel-Abenteuer wirkt.
Auch die Charaktere profitieren von diesem Ansatz. Donald bleibt selbst dann der ewige Pechvogel, wenn er in die Rolle eines Superhelden schlüpft. Micky überzeugt als mutiger und cleverer Protagonist, während Goofy für die unvermeidlichen komischen Momente sorgt. Gerade diese Kombination aus bekannten Persönlichkeiten und neuen Rollen sorgt immer wieder für unterhaltsame Situationen.
Inhaltlich richtet sich der Band allerdings stärker an Leser, die sowohl Disney als auch Marvel kennen. Viele Anspielungen entfalten ihre Wirkung erst dann vollständig, wenn man die jeweiligen Vorlagen kennt. Wer mit Marvel wenig anfangen kann, wird zwar dennoch gut unterhalten, verpasst aber zahlreiche kleine Details und Insider-Gags.
Die Geschichten sind kurzweilig erzählt und verzichten bewusst auf übermäßige Komplexität. Das macht den Comic leicht zugänglich, führt aber auch dazu, dass einige Handlungsstränge etwas vorhersehbar wirken. Tiefgründige Charakterstudien oder besonders dramatische Wendungen sollte man nicht erwarten. Stattdessen steht der Spaß am Gedankenexperiment im Vordergrund.
Ein weiterer Pluspunkt ist die liebevolle Hommage an beide Comic-Traditionen. Man spürt, dass die Macher großen Respekt vor den Ursprüngen der Figuren haben. Die Geschichten wirken nie wie eine reine Marketingübung, sondern wie eine kreative Spielwiese, auf der bekannte Charaktere in neuen Konstellationen ausprobiert werden.
Fazit
„Disney und Marvel: What If...?“ ist ein charmantes Crossover, das die Stärken beider Marken geschickt miteinander verbindet. Die Geschichten sind humorvoll, optisch ansprechend und voller liebevoller Anspielungen. Zwar fehlt es gelegentlich an erzählerischer Tiefe, doch das wird durch Kreativität und Unterhaltung mehr als ausgeglichen.
Für Disney-Fans ist der Band ohnehin ein Pflichtkauf. Marvel-Leser erhalten eine interessante und oft überraschende Neuinterpretation bekannter Konzepte. Wer Freude an alternativen Universen und ungewöhnlichen Ideen hat, wird hier bestens unterhalten.
Lucky Luke - Die neue Gesamtausgabe Nr. 01
Lucky Luke - Die neue Gesamtausgabe Nr. 01
Autor Morris
Einband Gebundene Ausgabe
Format 292mm (Höhe) x 221mm (Breite)
ISBN 978-3-7704-0172-7
Seitenanzahl 216
Egmont Comic Collection
Die neue Gesamtausgabe von Lucky Luke setzt gleich mit ihrem ersten Band ein deutliches Zeichen. Egmont präsentiert die frühen Abenteuer des Lonesome Cowboy in einer Form, die weit über eine einfache Neuauflage hinausgeht. Schon beim ersten Durchblättern spürt man, dass hier ein Klassiker mit Respekt, Sorgfalt und einem klaren editorischen Konzept behandelt wird. Die Alben „Die Goldmine von Dick Digger“, „Rodeo“ und „Arizona 1880“ führen den Leser zurück in jene Phase, in der Morris noch experimentierte, suchte und seinen Helden Schritt für Schritt formte. Lucky Luke ist hier ein junger, kantiger Protagonist, der noch nicht die stoische Gelassenheit späterer Jahre besitzt, sondern eher ein wendiger, schlitzohriger Abenteurer ist, der sich mit Mut, Glück und einer Portion Draufgängertum durchsetzt.
Gerade „Die Goldmine von Dick Digger“ zeigt diese Frühform besonders deutlich. Die Geschichte ist rauer, direkter und stärker vom klassischen Westernkino geprägt als die späteren, humorvolleren Alben. Lucky Luke bewegt sich durch eine Welt, die noch nicht von Running Gags und ikonischen Nebenfiguren geprägt ist, sondern von Goldsuchern, Betrügern und staubigen Saloons. Morris’ Strich ist dynamisch, aber noch nicht so geschliffen wie in den 1950er- und 60er-Jahren. Genau das macht den Reiz aus: Man sieht, wie sich der Stil entwickelt, wie sich die Figuren allmählich verfeinern und wie Lucky Luke langsam jene Mischung aus Coolness und Ironie annimmt, die ihn später so unverwechselbar macht.
„Rodeo“ wirkt erzählerisch bereits strukturierter und zeigt, wie Morris zunehmend Freude daran findet, Lucky Luke in Situationen zu werfen, die weniger von Gewalt als von Geschick, Humor und cleveren Wendungen leben. Der Held ist hier schon souveräner, selbstbewusster und beginnt, jene lässige Distanz zu zeigen, die später zu seinem Markenzeichen wird. Gleichzeitig bleibt die Geschichte fest im Western verankert, mit Wettbewerben, Rivalitäten und einer Atmosphäre, die an die großen Rodeo-Szenen der Filmklassiker erinnert.
„Arizona 1880“ schließlich verbindet die frühen Elemente des klassischen Westerns mit einer deutlicheren Hinwendung zum Humor. Lucky Luke wirkt hier bereits wie eine Figur, die weiß, dass sie dem Chaos überlegen ist. Er agiert mit einer Mischung aus Nonchalance und Präzision, die später zu seinem Markenzeichen werden sollte. Die Geschichte zeigt, wie Morris beginnt, Tempo, Timing und visuelle Pointen stärker einzusetzen. Man spürt, wie sich der Ton der Serie verändert und wie Lucky Luke sich von einem reinen Westernhelden zu einer humorvollen, fast schon parodistischen Figur entwickelt, ohne dabei seine Coolness zu verlieren.
Folgende weitere Geschichten finden sich im ersten Buch: "Lucky Luke und sein Pferd Jolly Jumper", "Der Doppelgänger", "Lucky Luke in Desperado City", "Der Goldrausch von Buffalo Creek" und "Lucky Luke gegen Cigarette Pete"
Die neue Gesamtausgabe unterscheidet sich deutlich von der älteren Egmont-Ausgabe. Die Reihe ist klarer strukturiert, chronologisch sauber aufgebaut und präsentiert die Geschichten in einem Rahmen, der stärker an eine bibliophile Werkausgabe erinnert. Die redaktionellen Texte und die historische Einordnung vermitteln ein Gefühl von Kontext und Entwicklung, das die alten Ausgaben in dieser Form nicht boten. Besonders wichtig ist die präzise Klärung des Begriffs „korrigierte Ausgabe“. Die Korrektur betrifft ausschließlich einen Produktionsfehler der ersten Auflage, in der die erste Seite der Kurzgeschichte „Buffalo Creek“ fehlte. Diese Seite wurde nun ergänzt, sodass der Band vollständig vorliegt. Es handelt sich also nicht um eine inhaltliche oder sprachliche Überarbeitung, sondern um die Behebung eines klar abgegrenzten Fehlers.
Ein besonders spürbarer Unterschied zur alten Gesamtausgabe liegt im Papier. Egmont verwendet nun ein hochwertiges, angenehm mattes Papier, das sich deutlich von den früheren, oft sehr glatten und stark glänzenden Druckbögen abhebt. Dieses neue Papier besitzt eine warme, natürliche Anmutung und liegt spürbar fester in der Hand. Die Farben wirken ruhiger, harmonischer und weniger grell, was den frühen Geschichten sehr zugutekommt. Die Linien von Morris’ Zeichnungen erscheinen klarer, ohne dass der historische Charakter verloren geht. Das matte Papier verhindert störende Reflexionen und sorgt dafür, dass die Seiten eher wie sorgfältig restaurierte Originale wirken als wie moderne, überpolierte Reproduktionen. Auch der Lesekomfort steigt spürbar, da die Augen weniger ermüden und das Buch sich angenehm blättern lässt.
Die Reproduktion der Zeichnungen ist insgesamt sauberer und präziser als in älteren Ausgaben. Die Farben sind etwas zurückhaltender und natürlicher, was den frühen Episoden eine Authentizität verleiht, die man in früheren Druckfassungen oft vermisst hat. Die Linien wirken stabiler, und störende Rasterartefakte treten kaum noch auf. Dadurch entsteht ein Bild, das sowohl historisch respektvoll als auch technisch zeitgemäß ist.
Auch die Verarbeitung des Bandes überzeugt. Das großzügige Format bietet den Zeichnungen viel Raum, ohne unhandlich zu wirken. Der Hardcover-Einband ist stabil, die Bindung wirkt langlebig und das Buch lässt sich angenehm weit öffnen, ohne dass man Sorge um den Rücken haben müsste. Die Gesamtausgabe vermittelt den Eindruck eines langlebigen, wertigen Sammelwerks, das nicht nur gelesen, sondern auch gerne im Regal präsentiert wird.
Für neue Leser bietet dieser erste Band einen faszinierenden Blick auf die Ursprünge der Serie. Für Sammler, die bereits die alte Gesamtausgabe besitzen, liegt der Mehrwert vor allem in der deutlich verbesserten Materialqualität, der saubereren Reproduktion, der klareren editorischen Ausrichtung und dem hochwertigen Papier. Die Ergänzung der fehlenden Seite von „Buffalo Creek“ sorgt zudem dafür, dass der Band nun vollständig vorliegt.
Insgesamt ist "Lucky Luke – Die neue Gesamtausgabe Nr. 01" ein überzeugender Auftakt, der zeigt, wie sorgfältig und respektvoll man mit einem Klassiker umgehen kann. Die Kombination aus hochwertiger Ausstattung, verbesserter Reproduktion und der klaren editorischen Linie macht diese neue Gesamtausgabe zu einer lohnenden Anschaffung für alle, die Lucky Luke nicht nur lesen, sondern als historisch gewachsene Serie erleben möchten.