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Kraken - Erwachen der Tiefe

Kraken - Erwachen der Tiefe
NOR 2025
Originaltitel Kraken
Mit Sara Khorami, Mikkel Bratt Silset, Jenny Evensen, Jon Erik Myre
Regie Pål Øie
Laufzeit 94 Min.
Bildformat 1920x1080 (2,70:1)
Tonspuren Deutsch (DTS-HD MA 5.1), Norwegisch (DTS-HD MA 5.1)
Untertitel Deutsch
Splendid Film/WVG

Das norwegische Monsterkino wagt sich mit „Kraken – Erwachen der Tiefe“ in die dunklen Gewässer der nordischen Mythologie. Regisseur Pål Øie greift die Legende des gigantischen Meeresungeheuers auf, das seit Jahrhunderten die Fantasie der Menschen beschäftigt. Dabei setzt er weniger auf pausenlosen Kreaturenhorror als auf eine zunächst geheimnisvolle Atmosphäre. Die majestätische Fjordlandschaft mit ihren tiefen, undurchsichtigen Gewässern bietet dafür eine ausgesprochen reizvolle Kulisse.

Als sich in einem norwegischen Fjord rätselhafte Vorfälle häufen, deutet bald einiges darauf hin, dass in der Tiefe etwas Ungeheuerliches lauert. Leider benötigt der Film reichlich Zeit, um seine Geschichte in Gang zu bringen. Die Charaktere bleiben weitgehend holzschnittartig, ihre Konflikte wirken konstruiert und der recht einfallslose Handlungsverlauf hält kaum Überraschungen bereit. Zwar gelingt es Øie gelegentlich, Spannung aufzubauen, doch allzu oft verliert sich die Inszenierung in langatmigen Passagen, die das eigentliche Monstervergnügen unnötig hinauszögern.

Erst im letzten Drittel zeigt der Film endlich seine Stärken. Wenn das gewaltige Ungeheuer in Erscheinung tritt, können sich die digitalen Effekte durchaus sehen lassen. Die Kreatur ist eindrucksvoll gestaltet und sorgt für einige packende Momente. Umso bedauerlicher, dass die Macher ihr spektakulärstes Pfund so lange zurückhalten. Gerade das atmosphärische Setting hätte erheblich mehr Möglichkeiten für wirkungsvollen Unterwasserhorror geboten.

Unweigerlich werden Erinnerungen an den italienisch-amerikanischen Monsterstreifen „Der Polyp – Die Bestie mit den Todesarmen“ von 1977 wach. Der konnte immerhin mit prominenten Namen wie John Huston, Shelley Winters und Henry Fonda aufwarten, bot abseits seiner Starbesetzung allerdings Peinlichkeiten ohne Ende. Dagegen macht der norwegische Kraken zumindest optisch eine wesentlich bessere Figur.

Die Blu-ray präsentiert den Film im ungewöhnlich breiten Bildformat von 2,70:1 mit einer stimmungsvollen Wiedergabe der Landschaftsaufnahmen. Besonders die dunklen Wasserflächen und die digitalen Monstereffekte profitieren von der hochauflösenden Darstellung. Die deutschen und norwegischen DTS-HD-Master-Audio-5.1-Tonspuren unterstützen das Geschehen mit einer räumlichen Klangkulisse, die vor allem während der Angriffe zur Geltung kommt.

„Kraken – Erwachen der Tiefe“ ist letztlich ein Monsterfilm mit verschenktem Potenzial. Die eindrucksvolle Naturkulisse und das überzeugend gestaltete Ungeheuer stehen einer wenig originellen Geschichte und blassen Figuren gegenüber. Wer Geduld mitbringt, wird immerhin im Finale mit einigen sehenswerten Kreaturenszenen belohnt. Für einen wirklich mitreißenden Monsterhorror hätte der Kraken allerdings deutlich früher erwachen müssen.

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